Bisher konnte man in fast schon philosophischer Manier über die Funktionen und Features von Samsung‘s zukünftigem Betriebssystem Bada spekulieren. Je näher der Veröffentlichungstermin rückt, desto mehr Details werden bekannt über das von Samsung selbst entwickelte Betriebssystem. Der Leitspruch von Bada (heißt übrigens Ozean auf Deutsch) wird “Smartphones für alle” sein, sodass man hier sicherlich erwarten kann, dass keine besondere Spezialisierung erfolgt, sondern ein Smartphone Betriebssystem für die breite Masse erstellt werden soll.
Zusammenarbeit mit großen Firmen – Quo vadis Bada?
Die Zusammenarbeit mit einigen großen Firmen, wie z.B. EA Games, Gameloft oder auch Twitter, lässt schon weitere Schlüsse auf die Ausrichtung des Betriebssystems zu. Mit Sicherheit gibt es einen Schwerpunkt auf der Spieleunterstützung für das Smartphone Betriebssystem. Aus der Zusammenarbeit mit Twitter kann man ohnehin auf die Social Networks schließen, die bei keinem Betriebssystem aktuell ausgeblendet werden können. So ist zu erwarten, dass die Unterstützung sozialer Netzwerke einen erheblichen Einfluss auf die Software haben wird. Als aktuelles Entwicklungsbeispiel hat sich hier mit dem Linux basierten LiMo (aktuell auf dem Vodafone 360 M1 und Vodafone 360 H1) schon gezeigt, dass dies einfach zum aktuellen Zeitgeschehen dazu gehört. Mit dem Filmverleih Blockbuster arbeitet Samsung ebenfalls zusammen: Hier kann man also auch von Multimedia-Unterstützung ausgehen, die aber bei Smartphones seit jeher zum guten Ton gehört.

Technik im Vergleich zur Konkurrenz: Android, Windows Mobile und Iphone OS
Schon bei der Frage, wohin die Entwicklung des Betriebssystems Bada von Samsung geht, habe ich erwähnt, dass es sich hierbei nicht um ein spezialisiertes Betriebssystem handeln wird, das für besondere Nutzergruppen entwickelt wird. Somit erübrigt sich der Vergleich mit dem Microsoft Betriebssystem Windows Mobile. Dieses ist mit einem sehr großen Funktionsumfang eher für professionelle Anwender und Business-Nutzer gedacht. Diesem stellt sich Bada mit dem Grundsatz “Smartphones für jeden” natürlich bewusst entgegen.
Die direkte Konkurrenz Android und das Iphone OS hat Bada zumindest auf dem Papier wenig entgegen zu halten: Bada wird Multitouch beherrschen, anscheinend eine gute Spieleunterstützung bieten und 3D Grafiken darstellen können. Es ist zumindest wahrscheinlich, dass sich bei den neuen Modellen immer mehr dreidimensionale Menüs durchsetzen werden, so ähnlich wie bereits bei Vodafone 360 H1 und Vodafone 360 M1. Im Moment versucht Samsung noch Applikationen für die neue Plattform entwickeln zu lassen, sodass hier 2,7 Mio Dollar ausgeschrieben sind. Klingt viel, aber Samsung hat gerade im Vergleich zu den Konkurrenten Iphone und Google eine Menge nachzuholen.
Frischer Wind auf dem Ozean?
Es bleibt zu hoffen, dass Samsung seine bisherige Support-Politik nicht beibehält und an der Entwicklung von Bada dran bleibt. Dies war bei bisherigen Samsung Modellen oft ein Problem: Es wurden technisch potente Modelle herausgebracht, die dann aber nicht mit neuer Software versorgt wurden. Bestes Beispiel ist das Samsung I8910 Omnia HD. Mittlerweile hat Nokia mit dem N97 gezeigt, dass auch kinetisches Scrollen mit Symbian möglich ist und dies in einem Firmware Update veröffentlicht. Samsung hingegen hat das technisch deutlich stärkere Samsung I8910 Omnia HD in dieser Hinsicht vernachlässigt. Hoffen wir also, dass Samsung hier Einsicht zeigt und beim hauseigenen Betriebssystem anders verfährt.
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