Die rasante Weiterentwicklung von Displays ist kaum zu übersehen: Waren vor einigen Jahren noch Büros und Privathaushalte mit klobigen Röhrenmonitoren ausgestattet, so ist heute der flache Bildschirm angesagt. Belohnt wurde der Tausch durch deutlich besseres Bild, weniger Stellplatz-Verbrauch und weniger Stromverbrauch. Aber auch und gerade bei den Handys hat sich einiges getan, trotz ihrer relativ kurzen Geschichte.
Doch nicht nur Fernseher und Computermonitore haben eine rasante Entwicklung im Bereich der Displays hingelegt, sondern auch die Handys. Da diese auch erst seit Mitte der 90er Jahre weitere Verbreitung finden, ist diese Entwicklung umso erstaunlicher.
So fing es an

- Snake auf einem Nokia Handy: kultig
Angefangen hat alles mit unscheinbaren, klobigen Geräten, die mit monochromem Display auskommen mussten, die auch nur über eine sehr geringe Auflösung verfügten. Zu dieser Zeit waren Handys aber auch noch nicht sehr weit verbreitet, aber trotz ihrer fehlenden Anmut schon ein Statussymbol. Interessant wurde es aber erst mit den weiterentwickelten Varianten dieser Displays, die aufgrund der höheren Anzahl an Pixeln durchaus schon für kleine Spielchen geeignet waren.
So kam es, dass Ende der 90er bis Anfang 2000 das Spiel Snake bei vielen Jugendlichen die Spielelust auf Nokia Handys weckte (recht zu sehen). Dies ist auch der Weiterentwicklung der Handy-Displays gutzuschreiben. Bis dahin waren jedoch die meisten Handys nur mit monochromen Displays ausgestattet. Die Hintergrundbeleuchtung variierte jedoch von Hersteller zu Hersteller: Hier gab es das vor allen Dingen Grün und Orange.
Revolution: Handys mit Farbdisplay
Die Entwicklung, die auch die Fernseher schon eine Weile vorher hinter sich gebracht haben, sollte natürlich auch die Handys einholen. Mit dem Sony Ericsson T68 kam das erste Handy mit Farbdisplay in die Läden. Damals zu horrenden Preisen – wer fortschrittlich sein wollte, musste auch damals schon tief in die Tasche greifen. So lag der Preis für ein solches Gerät ohne Vertrag bei rund 800$.
Die Farbdarstellung des Gerätes war zu dieser Zeit keinesfalls mit der heutiger Geräte vergleichbar: Lediglich 256 Farben konnte das T68 darstellen, dies aber nur sehr unscharf und verwaschen – zumindest aus heutiger Sicht. Aber auf dieses Handy folgten viele mit einem Farbdisplay. Der Grundstein war gelegt.
Sehr amüsant: Ich habe noch ein Review zu diesem Handy von 2001 gefunden, auf dem der Autor schon ahnt, wie sich die Handy-Displays entwickeln werden; dort heißt es: “Color displays are still a rarity on cell phones, though I strongly suspect we’ll be seeing a lot more them in the future.”
Die Entwicklung der TFTs
Während die ersten Handys mit monochromer Darstellung noch auf sogenannten Dot-Matrix Displays beruhten, kam ab 2003 eine weitere Neuerung auf. Hier kam die TFT Technologie zum Einsatz, also die Display-Technologie, die wird auch heute noch in den meisten PC- und Laptopbildschirmen finden.
Bei wikipedia kann man technische Details zur TFT (oder auch LCD) Technologie nachlesen, hier ein Ausschnitt:
Ein Flüssigkristallbildschirm oder eine Flüssigkristallanzeige (englisch liquid crystal display, LCD), ist ein Bildschirm oder eine Anzeige (englisch display), dessen Funktion darauf beruht, dass Flüssigkristalle die Polarisationsrichtung von Licht beeinflussen, wenn ein bestimmtes Maß an elektrischer Spannung angelegt wird.
Die Vorteile von TFTs gegenüber Dot-Matrix Displays liegen klar auf der Hand. Hier ist die Darstellung von deutlich mehr Farben und höheren Auflösungen möglich. Ein Nachteil, der bei der zu dieser Zeit doch recht überschaubaren Größe der Displays, noch nicht so viel ausmacht, ist der erhöhte Stromverbrauch gegenüber der alten Technologie.
Je größer desto besser
Gerade bei Handys ist die Entwicklung zu immer größeren Displays unübersehbar. Waren es vor Jahren noch eher praktische, kleine Displays, so sind es heute große Displays, auf denen man sich z.T. schon mal gut einen Film anschauen kann.
Aktuelles Extrembeispiel ist z.B. das Toshiba TG01, das mit einem 4,1″ großen Display ausgestattet ist. Wie im Bericht über das Toshiba Smartphone bereits angedeutet, verkraftet der kleine Akku vor allen Dingen das große Display nicht (und den schnellen Prozessor).
Bei derartig großen Displays wird die TFT-Technik also durch den Akku limitiert.
Displays in der Bedienung
Touchscreens gibt es schon lange, aber bei den einfachen Handys hat hier das Iphone 2G den Durchbruch für die breite Masse der Bevölkerung geschafft. Denn wer möchte schon dauerhaft bei einem normalen Handy auf einen Stift angewiesen sein, um die Bedienung nutzen zu können?
Wieder ist vor allen Dingen die Display Technologie für die Beliebtheit des Smartphones verantwortlich.
Durch das besonders berührungsempfindliche Display, die sogar mit zwei Fingern gleichzeitig funktioniert (sog. “Multi-Touch”), wird hier die Bedienung intuitiv. Die Besonderheit am Iphone ist eine sensible Schicht über dem eigentlichen Display, die auf elektrische Reize empfindlichst reagiert. So ist diese Bedienung im Bereich Touchscreen wegweisend und mal wieder eine Revolution, die allein auf neuer Displaytechnologie basiert.
TFT wird abgelöst durch OLED (bzw. AMOLED)
Wie bereits weiter oben festgestellt, werden die Handy Displays immer größer. Dementsprechend wächst auch der Stromverbrauch – leider nicht proportional zur Entwicklung der Akkus, sodass große TFT-Displays meistens in geringer Akkulaufzeit resultieren.
Doch eine neue Display-Technologie ist im Aufmarsch: die organische Leuchtdiode, kurz OLED. Zwar ist die Revolution nicht auf den ersten Blick ersichtlich, wie der Unterschied zwischen Röhrenmonitor und Flachbildschirm, jedoch steckt hier im Detail einiges an Neuerungen!
Besonders interessant an OLED-Bildschirmen ist der geringe Stromverbrauch. Hier kann gegenüber LCD Bildschirmen deutlich gespart werden, sodass Handys, die mit OLED ausgestattet sind, nicht so schnell die Puste ausgeht. Zudem der Farbkontrast und die Helligkeit der Displays im Vergleich zu TFT deutlich besser; ebenso der Blickwinkel. Besonders eindrucksvoll kann man den Unterschied beim Samsung Omnia HD I8910 sehen – hat man das Handy in der Hand, ist man zunächst einmal von der Farbbrillanz überwältigt.
Samsung ist im Moment übrigens der Hersteller, der sich in diesem Bereich besonders engagiert, die neue Display-Technik voranzutreiben und vertreibt die OLEDs sogar unter eigener Bezeichnung, nämlich AMOLED.
Hier einige Informationen zu OLED (nachzulesen bei wikipedia):
Eine Organische Leuchtdiode, kurz OLED (Kurzform für engl.: „organic light emitting diode“), ist ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus organischen, halbleitenden Materialien, das sich von den anorganischen Leuchtdioden (LED) dadurch unterscheidet, dass Stromdichte und Leuchtdichte geringer sind und keine einkristallinen Materialien erforderlich sind. Im Vergleich zu herkömmlichen (anorganischen) Leuchtdioden lassen sich organische Leuchtdioden daher kostengünstiger herstellen, ihre Lebensdauer ist jedoch derzeit noch geringer als diejenige von herkömmlichen Leuchtdioden.
Samsung Omnia HD I8910 in Aktion
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