Wer ein neues Handy oder Smartphone sein eigen nennt, trägt meistens eine Menge Funktionen mit sich herum. Die Kommunikation beschränkt sich längst nicht mehr auf das Telefongespräch oder die SMS, vielmehr können Informationen über diverse Schnittstellen übertragen werden, die viele Nutzer nicht einmal überschauen können. So entstehen nicht nur Zugänge für Informationen, die wir bekommen wollen, sondern auch solche Programme, die dem Handy schaden können oder sensible Informationen unbemerkt aus dem Handy schleusen. Welches Betriebssystem ist denn nun sicherer: Googles Android oder das Iphone Betriebssystem Apple OS?

Kurz vorgestellt: Android und Apple OS
Sowohl Android als auch das Apple OS für das Iphone sind ziemlich junge Projekte, insbesondere Apple hat aber mit seinem Iphone die Handywelt auf den Kopf gestellt. Google ist erst 2008 in den Handy-Markt eingestiegen mit dem Open-Source Betriebssystem Android.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus unserem Artikel über Android:
Android besteht z.T. aus freier Software und wurde von Google in Zusammenarbeit mit der Open Handset Alliance entwickelt. Es basiert auf dem freien Betriebssystem Linux in einer speziellen Handy-Version. Dank der guten Erweiterbarkeit von Android und des Engagements auf Seiten von Google in diesem Bereich (Android Developer Challenge mit 10 Millionen Dollar Preisgeld insgesamt), gibt es heute schon über 5000 Anwendungen, um das Handy-Betriebssystem sinnvoll zu erweitern. Android richtet sich in erster Linie an Nutzer, die komfortabel das Internet und Multimedia Funktionen nutzen wollen.
Hier einige Informationen zu Apples Iphone Betriebssystem Apple OS:
Apple Iphone OS (OS steht für Operating System, also Betriebssystem) ist eine von Apple entwickelte Software, die auf dem Iphone zum Einsatz kommt. Die Software ist kein Open Source – auf dem sogenannten App-Market werden exklusiv von Apple freie und käuflich erhältliche Apps (Applikationen = Programme) angeboten. Das Iphone richtet sich nicht an Business Anwender, sondern ist eher ein Allroud Smartphone mit dem Schwerpunkt auf Style, Bedienung und Multimedia.
Bekannte Sicherheitslücken
In der Vergangenheit gab es schon einige Sicherheitslücken, sowohl bei Android als auch bei Apple OS. So konnten z.B. Sicherheitsexperten zeigen, dass es möglich ist, das Iphone einfach per SMS fernzusteuern. Ebenso ist per einfachem SMS-Empfang bei Android Handys möglich, dass diese sich vom Mobilfunknetz trennen.
Neben diesen Möglichkeiten gibt es sogar noch viel alltäglichere Dinge, die uns vielleicht gar nicht so sehr in den Kopf kommen, da die meisten Menschen sich nur auf ihrem Computer um Sicherheit scheren (Antivirenprogramme, Firewalls, Anti-Malware, etc.). Doch da die Smartphones immer mehr einem Computer ähneln, gibt es auch hier relevante Sicherheitslücken, die jeden von uns betreffen können. Über eine Bluetooth Verbindung, die verhältnismäßig weit reicht, können sensible Daten (wie SMS) von Hackern eingesehen und Viren verschickt werden.
Welches Betriebssystem ist sicherer? Android oder Iphone OS?
Um diese Frage zu untersuchen ist zunächst erforderlich, den grundlegenden Unterschied beider Betriebssysteme festzuhalten: Android ist Open Source, während Apple das Iphone OS entwickelt und den Quellcode nicht freigibt. Dies hat einige ganz grundlegende Unterschiede zur Folge.

Open Source (Google Android): Jeder kann den Quellcode zu Adroid einsehen und es entwickeln viele Experten an dem Betriebssystem mit, das ist das Grundprinzip von Open Source. Die Idee daran ist, dass viele geschulte Augen mehr sehen und so eine sehr komplizierte Software nahezu perfekt codiert werden kann – einfach dadurch, dass viele Fehler und Sicherheitslücken durch die häufige Kontrolle überhaupt erst gesehen werden können. Generell wird hier eher die Gefahr gesehen, dass durch die Offenheit des Quellcodes Fehler von Hackern gesehen und ausgenutzt werden können.
Closed Source (Iphone OS): Niemand kann den Quellcode vom Iphone direkt einsehen, außer Apple selbst. Ebenso arbeitet auch nur die Firma selbst an ihrem Produkt. Dies hat zur Folge, dass die Software generell mehr Fehler und Sicherheitslücken enthalten kann. Der große Vorteil ist aber: Diese Sicherheitslücken sind schwerer zu entschlüsseln, da die Software erst einmal per Reverse Engineering analysiert werden muss. Dabei werden diverse Eingaben gemacht, die die Software zum Absturz bringen sollen, um so Fehler zu entschlüsseln.
Fazit: Sicherheitslücken haben beide Systeme – welche potenziell besser ist, ist eine Grundsatzfrage, die wohl nicht einmal Sicherheitsexperten aus diesem Bereich genau beantworten können. Abschließend ist jedoch zu sagen: Die Gefahr, dass sich aus der Offenheit des Quellcodes neue Sicherheitslücken für Hacker ergeben, ist ziemlich unwahrscheinlich und auch viel schwieriger umzusetzen als per Reverse Engineering. Denn grundsätzlich sind Quellcode und die ausgeführte Software identisch, jedoch ist prinzipiell die Software ausreichend, um Fehler und Lücken zu entdecken.
Dazu noch eine Statistik aus einem recht umfangreichen Artikel von zdnet.de:
Statistisch gesehen spricht nichts dafür, dass die Open Source-Software anfälliger für Schwachstellen ist. So fand Coverity bei einer Codeanalyse des Linux-Kernel-Codes [Open Source] mit 5,7 Millionen Codezeilen nur 985 Bugs. Im Vergleich dazu ergab eine durch das CyLab der Carnegie Mellon University durchgeführte Studie, dass eine typische kommerzielle Closed Source-Software zwischen 20 und 30 Bugs pro 1000 Codezeilen aufweist. Mit diesem Bug-Anteil käme man bei 5,7 Millionen Codezeilen auf mehr als 114.000 Bugs. Das sind über 114 Mal mehr Bugs als beim Linux-Kernel-Code.
Android besteht z.T. aus freier Software und wurde von Google in Zusammenarbeit mit der Open Handset Alliance entwickelt. Es basiert auf dem freien Betriebssystem Linux in einer speziellen Handy-Version. Dank der guten Erweiterbarkeit von Android und des Engagements auf Seiten von Google in diesem Bereich (Android Developer Challenge mit 10 Millionen Dollar Preisgeld insgesamt), gibt es heute schon über 5000 Anwendungen, um das Handy-Betriebssystem sinnvoll zu erweitern.



